LA TERRA(e)STREMA
12. Januar 2011 at 8:18 vormittags Christian Buchinger 1 Kommentar
Moviemento, Linz
Der Film bewegt sich vom Osten in den Westen Siziliens. Wir erzählen von den verschiedenen Landschaften und den Menschen, die die Agrarwirtschaft bestimmen, Menschen, die für die urbane Welt unsichtbar geworden sind: der kleine Landwirt, der für wenig Geld arbeitet und zu seinem eigenen Tagelöhner wird und der ausländische Tagelöhner, der meist ohne Vertrag und ohne Unterkunft arbeitet – dazu verdammt, sich einem zwiespältigen und heuchlerischem System der Aufnahme zu beugen.
Profiteure dieses Systems sind lediglich die multinationalen Konzerne und der globale Lebensmittelmarkt. Wir sind es gewöhnt, auch im Februar Erdbeeren und Kirschen im Dezember zu essen, Obst und Gemüse kommen von weit her in unsere Supermärkte. In Süditalien, von wo ein Großteil des Obstes und Gemüse kommt, sind es Menschen, die von weit her kommen, die dafür sorgen, dass die Ernte überhaupt stattfinden kann. Waren es früher oft Saisonarbeiter, Tunesier beispielsweise, die selbstverständlich einige Monate im Jahr kamen und dafür auch einreisen konnten, hat sich die Situation ab Mitte der 90er Jahre durch die verschärften Visa-Bestimmungen drastisch verschärft. In Sizilien sind rund 90% der Erntearbeiter Migranten. Sie kommen aus Nordafrika, aber in den letzten Jahren vermehrt auch aus Osteuropa. Die verschiedenen Einwanderergruppen konkurrieren bisweilen miteinander und da ihr Aufenthaltsstatus davon abhängt, ob sie gerade offiziell Arbeit haben, sind sie meist irregulär. Viele Migranten in Sizilien wandern von einer Ernte zur anderen. Eines der großen Probleme ist die Unterbringung. In den Fällen, wo die Regierung einspringt und Zeltstädte zur Verfügung stellt, stehen diese nur Migranten mit Aufenthaltspapieren offen. Genau dieses Problem ist meist auch die Ursache, dass sich die Gewerkschaften mit der Unterstützung dieser Arbeiter schwer tun. Nicht nur die Erntearbeiter selbst arbeiten zu Hungerlöhnen. Durch die Veränderung der Agrarstrukturen geraten die Landwirte immer mehr in Bedrängnis, oft können sie nicht einmal mehr kostendeckend arbeiten.
Nächste Spieltermine:
Fr. 14. Jänner
19:00 Uhr
Moviemento
Eine Veranstaltung von Weltumspannend arbeiten und VÖGB Oberösterreich
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1.
Markus | 12. Januar 2011 um 9:05 vormittags
Leider sind auch in Spanien die Lebendbedingungen der Erntearbeiter mindestens genauso schlecht. Hier wurden ganze Glashausstädte errichtet. Die Arbeiter wohnen in Kartonverschläge und werden durch die Spritzmittel gesundheitlich geschädigt. Und wir freuen uns auf die guten Früchte im Winter.
Ein Grund mehr darauf acht zu geben, dass die Piloten unserer Gurkenflieger im Sommer bei der Saisonarbeit ein menschenwürdigeres Leben führen dürfen.